top of page
  • Whatsapp
  • Facebook
  • Instagram

Histaminintoleranz verstehen und mit der GAPS-Diät ganzheitlich begleiten


Viele Menschen leiden unter unspezifischen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Hautreaktionen, Verdauungsproblemen oder unerklärlicher Erschöpfung – und finden lange keine klare Ursache. Eine mögliche Erklärung: Histaminintoleranz.


Was ist Histamin – und warum brauchen wir es?

Histamin ist ein körpereigener Botenstoff, der in zahlreichen biologischen Prozessen eine wichtige Rolle spielt. Er wird aus der Aminosäure Histidin gebildet und unterstützt:

  • die Immunabwehr,

  • die Regulation von Magensäure,

  • die Durchblutung,

  • die Wundheilung,

  • die Signalweiterleitung im Nervensystem.

Histamin ist also keinesfalls „der Feind“, sondern ein überlebenswichtiger Helfer – sofern es im richtigen Maß vorkommt. Problematisch wird es, wenn der Abbau gestört ist und sich Histamin im Körper anreichert.

 

Was ist eine Histaminintoleranz?

Bei einer Histaminintoleranz kann der Körper Histamin nicht ausreichend abbauen. Das liegt meist an einer reduzierten Aktivität beziehungsweise der reduzierten Menge des Enzyms Diaminoxidase (DAO) im Dünndarm, das für den Histaminabbau zuständig ist. Gründe dafür sind häufig:

  • eine geschädigte Darmschleimhaut (z. B. durch Medikamente oder Entzündungen),

  • Dysbiose (eine gestörte Darmflora),

  • bestimmte histaminbildende Bakterien wie Klebsiella oder Enterobacter.

Dauerstress kann vielfältige Folgen haben und für Körper, Geist und Seele eine massive Bedrohung darstellen.
Dauerstress kann vielfältige Folgen haben und für Körper, Geist und Seele eine massive Bedrohung darstellen.

💡 Gut zu wissen:

  • Histamin kann auch bei Stress, hormonelle Schwankungen oder Darmdysbiose ausgeschüttet werden. Denn Histamin kann sowohl vom Körper selbst gebildet werden als auch von Mikroben in unserer Umwelt (Stichwort Fermentation und Essensreste!).

  • Hitze und körperliche Anstrengung können die Symptome verstärken.

 

Wie erkenne ich eine Histaminintoleranz?

Mögliche Symptome sind unter anderem:

  • Kopfschmerzen, Migräne

  • Hautrötungen, Juckreiz, Nesselsucht

  • Durchfall, Blähungen, Magen-Darm-Beschwerden

  • Herzrasen, Schwindel, Kreislaufprobleme

  • Reizbarkeit, Schlafprobleme, Ängste, depressive Verstimmungen

  • Hitzeintoleranz, Abneigung gegen heiße Duschen oder Sauna

  • wechselnde Nahrungsmittelunverträglichkeiten

  • Appetitlosigkeit (durch Hungerunterdrückung bei Histaminüberschuss)

Die Symptome treten meist nach dem Verzehr histaminreicher Lebensmittel auf und klingen innerhalb weniger Stunden oder Tage ab.


🍽 Histaminreiche vs. Histaminarme Lebensmittel


❌ Histaminreich / zu meiden:

✅ Histaminarm / geeignet zu Beginn:

 

  • Alles Getrocknete, wie Kräuter, Früchte und Tees (einschließlich Knoblauch und Zwiebeln)

  • Fisch (wenn nicht frisch)

  • Alkohol (insb. Rotwein, Sekt)

  • Tomaten, Aubergine

  • Fermentiertes Gemüse (sofern nicht mind.6 Monate gereift)

  • Beeren (z.B. Erdbeeren) und säurehaltiges Obst (z.B. Kiwi, Ananas, Limetten, …)

  • Nüsse (v. a. Walnüsse, Cashews)

  • Fertiggerichte / lange gelagerte Speisen und Essensreste

  • Gereifter Käse, Rohwurst, Salami

 

 

  • Frisch zubereitetes Fleisch & Fisch

  • Frisches Gemüse wie: Zwiebel, Knoblauch, Zucchini, Kürbis, Möhren

  • Frische Brühen (Fleischbrühe, KEINE Knochenbrühe!)

  • Frische Eier (z.B. weich gekochtes Eigelb (bei Toleranz)

  • Ghee, Butter (wenn verträglich)

  • Frischer Joghurt aus histaminfreiem probiotischen Starter

  • Kräutertees aus frischen Kräutern

 


Die Reaktion einzelner Menschen auf oben angeführte Nahrungsmittel kann sehr individuell sein. Und das enthaltene Histamin ist nur ein kleiner Teil des Gesamtbildes. Denn histaminreiche Lebensmittel wurden seit jeher verzehrt. Doch in der letzten Vergangenheit hat sich die Sensibilität gegenüber diesen Lebensmitteln stark erhöht? Warum? Die Antwort ist nur schwer zu „verdauen“ und muss am Ende mit unserem Lebensstil und der zugeführten Nahrung erklärt werden. Denn die tatsächliche Ursache liegt in einer geschädigten und durchlässigen Darmwand. In einem Darm der nicht mehr genährt wird, dafür aber mit nährstofflosen, hoch verarbeiteten, industriell hergestellten Essen voller Toxine und chemischer Zusätze vollgestopft wird.

 

Herkömmliche Behandlungsansätze

Die gängige Behandlung besteht oft aus:

  • einer histaminarmen Diät,

  • Vermeidung von Triggern wie Alkohol, gereiftem Käse, Tomaten, Fisch etc.,

  • DAO-Präparaten vor Mahlzeiten,

  • Antihistaminika bei akuten Beschwerden.

Diese Ansätze lindern Symptome, lösen aber nicht die Ursache – nämlich die gestörte Darmbarriere, Entzündungen und mikrobielle Ungleichgewichte im Darm.

 

Kürbissuppe mit Ei
Heilsame Brühen sind die grundlegende Basis der GAPS-Diät. Sie stärken die Darmschleimhaut und unterstützen den Körper gezielt wieder in die Balance zu kommen.

GAPS-Diät: Die Ursache behandeln, nicht nur Symptome


Die GAPS-Diät (Gut and Psychology Syndrome) nach Dr. Natasha Campbell-McBride setzt genau hier an: Sie hilft, den Darm zu heilen, die Darmflora zu regenerieren und das Enzymgleichgewicht wiederherzustellen. Ziel ist es, langfristig wieder mehr Lebensmittel zu tolerieren – und nicht lebenslang auf alles verzichten zu müssen.


So geht GAPS bei Histaminintoleranz:

  • Stärkung der Darmschleimhaut durch Fleischbrühen, tierische Fette und weichgekochtes Gemüse (je nach Schweregrad der Histaminintoleranz)

  • Verzicht auf histaminreiche Lebensmittel (z. B. Fisch, Tomaten, Fermentiertes, gereifter Käse) in der ersten Zeit

  • langsamer Aufbau von Probiotika und Fermenten

  • ev. gezielte Unterstützung der DAO-Aktivität (z. B. mit Vitamin B6, C, Zink, Kupfer)

 

Die Low-Histamine-GAPS-Variante

Menschen mit starker Histaminintoleranz starten am besten mit der Low-Histamine-GAPS-Version, die sich besonders in der Intro-Diät bewährt hat. Diese Variante vermeidet:

  • Knochenbrühe (stattdessen Fleischbrühe – frisch zubereitet und rasch eingefroren)

  • getrocknete Gewürze & Kräuter

  • fermentiertes Gemüse in der Anfangszeit


Sie basiert auf:

  • frischem Fleisch & Fisch,

  • tierischen Fetten wie Ghee, Schmalz, Rinderkernfett

  • frischem, weich gekochtem Gemüse wie Zwiebel, Knoblauch, Zucchini , Karotten und ev. Sommerkürbis (je nach Schweregrad der Intoleranz),

  • zugesetzten Mineralstoffen und frischen Kräutern (kein Getrocknetes!),

  • frischen Eiern und weich gekochtem Eigelb.


Diese Phase dauert meist 21 Tage – in dieser Zeit kann sich der Körper stabilisieren.

 

Probiotika bei Histaminintoleranz: Auf die Stämme kommt es an

Viele Menschen mit Histaminintoleranz reagieren empfindlich auf bestimmte probiotische Stämme, weil manche Bakterien selbst Histamin produzieren. Daher ist die Wahl entscheidend:

Zu bevorzugende Stämme:

  • Lactobacillus rhamnosus

  • Lactobacillus plantarum

  • Lactobacillus salivarius

  • Lactobacillus reuteri

  • Bifidobacterium infantis

  • Bifidobacterium longum


Zu meiden bei Histaminintoleranz:

  • Lactobacillus casei

  • Lactobacillus bulgaricus

  • Streptococcus thermophilus

Beginne mit einer kleinen Menge, beobachte Reaktionen und steigere langsam.

 

Fazit: Mit GAPS zu echter Besserung

Die GAPS-Diät verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz bei Histaminintoleranz – statt nur Symptome zu dämpfen, werden die Ursachen behandelt. Durch die Heilung der Darmschleimhaut, den Aufbau einer gesunden Darmflora und die gezielte Auswahl histaminfreundlicher Lebensmittel kannst du deinem Körper helfen, wieder ins Gleichgewicht zu finden.

Histaminintoleranz ist kein lebenslanges Urteil. Mit der richtigen Unterstützung kannst du wieder mehr vertragen – und dich endlich wieder frei und wohl in deinem Körper fühlen.


Du brauchst Unterstützung bei der Umsetzung des GAPS Protokolls? Melde dich gerne bei mir und lass uns gemeinsam Ursachen angehen, und nicht nur Symptome bekämpfen.

Ersteinschätzung - Telefon
30
Jetzt buchen

Kommentare


bottom of page